Interaktive Lernumgebung im 360°-Raum

#Interaktives#TechnischAnspruchsvoll

Teilhaben

Digitale Teilhabe als zentrales Merkmal von gesellschaftlichem Miteinander wurde für uns alle durch die Covid-19-Pandemie ins Zentrum katapultiert. Zumindest fühlte es sich im März 2020 für viele Firmen, Schulen und Einzelpersonen wohl so an. Mit dem gebotenen Abstand und nötiger Distanz wird in der Krise gegen die Gefahren von Ansteckung und Krankheit gekämpft. Gleichzeitig sind viele Bereiche des Lernens und Lehrens auf Anwesenheit bzw. Beschäftigung mit analoger Technik im Lernprozess abgestimmt. Das Erlernen des Umgangs mit neuer Technik fällt oft am Gegenstand einfach am leichtesten. Diese Probleme traten auch an der OTH Amberg-Weiden auf. So prüfte Prof. Dr. Maximilian Kock, der in Amberg für die Felder Audioproduktion, Klangerzeugung und Klanggestaltung, Medienmarketing, Musikgrundlagen, Sounddesign, Hör- und Psychoakustik verantwortlich ist, wie es gelingen kann, den Studierenden trotz Distanz und Abstand die Feinheiten und Unterschiede im Umgang mit Audiotechnik näher zu bringen. Für das Wintersemester 20/21 stand im Studiengang Medientechnik und Medienproduktion das Fach »Audioproduktion Grundlagen« an. Ein zentraler Schwerpunkt in dem Kurs ist das Erlernen von Stereo-Audio-Aufnahmen. Wie aber den rund 70 Studierenden im Audio-Labor zeigen, wie unterschiedliche Mikrofone auf unterschiedliche Art aufgebaut, eingerichtet und ausgerichtet werden müssen, um einen Flügel gut abnehmen zu können? In vielen Kleingruppen alle durch denselben Aufnahmeraum schleusen? Keine Alternative! Aber dennoch sollte es für alle möglich sein, die Vor- und Nachteile mit allen Unterschieden auch direkt nacherleben zu können, die man eben erzeugen kann, wenn man mit unterschiedlichen Mikros das gleiche Instrument aufnimmt. Aus diesem Dilemma entstand die Idee, eine eigene Lernumgebung zu schaffen, die das leisten kann. Prof. Dr. Kock trat also mit dem Wunsch einer 360°-Lernumgebung an uns als Agentur für Kommunikation und Visualisierung heran.

Einfach selbst erleben unter bit.ly/360-stereo-erleben

Unser 360°-Video-Rig, es ist sogar wildwasser-tauglich

Das Aufnahme-Studio mit Regieraum in Hintergrund

Herausforderung

Die Aufgabe war es, ein Video zu erstellen, das den gesamten Raum des Aufnahmestudios abbildet. Das Video musste aufbereitet werden und mit den passenden Ton-Aufnahmen so kombiniert werden, dass die Studierenden die Möglichkeit haben, die ganze
Lernerfahrung mitnehmen zu können.

Interaktiv

Gut, eine interaktive Lernumgebung musste also her, ein 360°-Raum, mit unterschiedlichen Audiospuren, die umschaltbar waren, aber stets synchron zum Video. Der Raum sollte erlebbar, gleichzeitig im Raum aber die Audiospur änderbar sein, um eben zwischen den verschiedenen Mikrofonierungen umschalten zu können. Alles nicht so einfach. Es wurde getestet und geplant und probiert. Relativ schnell wurde klar, dass etablierte Plattformen wie YouTube zwar ein Audioformat anbieten, wie das Ambisonic-Format in einer ersten Ordnung, womit sich auch räumlicher Sound abbilden lässt. Aber dieses Format ist nicht so differenziert wie das mit höheren Ordnungen – die dann aber wiederum eigene Player für die Wiedergabe brauchen – und die Interaktivität ist bei solchen Playern grundlegend eingeschränkt.

Bewegung vs Klicks

Wir haben uns dazu einfallen lassen, dass die Mikros im 360°-Raum mit interaktiven Schaltflächen versehen werden konnten, so dass man durch das Ändern der Blickrichtung einfach steuern kann, was man hört. Das war nicht ganz einfach und hat uns auch ganz schön gefordert. Wir haben am Ende einfach das Video in der Virtuellen Realität abgespielt, gleichzeitig alle Audio-Streams gestartet und dann die »aktive« Spur laut geschaltet. Je nachdem, wo man hinschaut, welches Mikro man hören will, mischt die Anwendung das entsprechende Audiosignal laut und die anderen werden ausgeblendet. Der Trick – wenn man so will – war also die interaktive, virtuelle 360°-Realität mit einem Live-Mischer zu kombinieren. So konnte man einfach das passende Audio zum Video direkt hören und umschalten.

Anpassbar

Das Gute ist, dass unsere Lernplattform individuell angepasst werden kann. Wir müssen lediglich die Aufnahmen für andere Räume oder Situationen machen und das Ganze in die Anwendung einbauen. So können beliebig viele Szenarien abgedeckt werden. Es ist auch möglich, unabhängige Audioquellen zu kombinieren, ganz gleich, welche Lernsituation dargestellt werden soll. Es war uns wichtig, dass wir keine Spezial-Lösung bauen, sondern etwas kreieren, was sich mit wenig Aufwand optimal adaptieren lässt.

360°-Video »Eine Nacht im Büro«

#Interaktives#360°-Medien#TechnischAnspruchsvoll

Annaberg im Jahreswechsel

#Website#TechnischAnspruchsvoll#Visualisierung#Luftaufnahmen