360°-Video »Eine Nacht im Büro«

#Interaktives#360°-Medien#TechnischAnspruchsvoll

Was als Masterarbeit entstand, wurde zum kreativen Kurzfilm mit technischem Anspruch.

»Eine Nacht im Büro«

Anfang 2016 präsentierte die Züricher Hochschule der Künste den ersten fiktionalen 360°- Kurzfilm der Schweiz: In „Gegen die Regeln“ begleiten die Rezipierenden ein junges Pärchen durch ein fesselndes Beziehungsdrama. Im gleichen Jahr fiel pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich bei „hagebau“ in Österreich der Startschuss zu einem besonderen Gewinnspiel: Die Aufgabe, während einer 360°-Einkaufstour möglichst viele versteckte Fußbälle zu entdecken. Dies konnte nur gelöst werden, wenn sich die Teilnehmenden nach allen Seiten umsahen. Allerhöchste Zeit also, dass auch evidentmedia auf den technischen Zug aufspringt. Einiges an Investitionen später galt es dann eine Szenerie zu entwickeln, die die Stärken von 360°-Medien ausspielt.
Anhand der ausgewählten Beispiele lässt sich bereits ohne spezifische Vorkenntnisse die große Stärke von 360°-Videos festmachen: Die detaillierte Darstellung von Situationen und Orten, ohne sich dabei selbst an diesem zu befinden. Im Vergleich zu herkömmlichen Videos kann sich das Publikum in 360°-Videos leichter orientieren, da Positionen und Größenunterschiede in den quasi virtuellen Abbildungen der Realität akkurat wahrgenommen werden können. In dreidimensionalen Darstellungen entsteht sogar der natürliche Eindruck, diese Orte selbst schon einmal besucht zu haben.
Im Rahmen einer der von uns betreuten Abschlussarbeiten hat sich Simon Lamche die Aufgabe gesetzt, die Fähigkeiten von 360°-Medien nicht nur bildlich umzusetzen, sondern auch ganz besonders darauf zu achten, wie es gelingen kann, dass auch der Ton im 360°-Raum richtig eingesetzt wird. Am Ende entstand ein satirischer Kurzfilm, wie sich die Arbeit einfach bei uns von alleine erledigt, weil wir viele Stärken haben, jede und jeder von uns und vor allem auch jedes Alter-Ego. Ein bisschen verrückt sind wir auch. Aber am besten schaut euch das Ergebnis einfach direkt auf YouTube an. Dort könnt ihr das 360°-Video in vollem Umfang erleben!

Hier das Video anschauen, am besten Kopfhörer aufsetzen!

Viel los im Büro

Unser Recording Tech-Stack

Unser 360°-Aufnahme-Rig mit 6 GoPros

360°-Videos

Die Herstellung eines 360°-Videos unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht zu herkömmlichen Filmproduktionen: Während der Dreharbeiten fällt z. B. auf, dass die klassische Trennung zwischen vor und hinter der Kamera fehlt. Die Blickrichtung kann bei der Wiedergabe selbst bestimmt werden. Die gewonnene Freiheit des Publikums beeinflusst neben der Bildgestaltung auch Faktoren für den Ton. Deshalb ist es wichtig, zu Beginn die wesentlichen Aspekte der 360°-Videotechnik näher zu betrachten.

Audio?

Kernfrage: Nach welchem Ansatz soll der Ton bei neuen filmischen Darstellungsformen wie 360°-Videos behandelt werden? Aus den grundlegenden Ausführungen zu räumlichen Audiotechniken kann gefolgert werden, dass die auditive Komponente einer 360°-Produktion mit einem rein zweikanaligen Stereoton nicht erlebbar genug wäre. Zwar lösen Techniken wie 5.1- und 7.1-Surround in der Horizontalen besser auf, aber lassen dabei den immersiven Faktor der Höhe außer Acht. An dieser Stelle setzen die dreidimensionalen Audiotechniken an, durch die eine adäquate räumliche Reproduktion im kopfbezogenen Koordinatensystem möglich ist.

Crazy is the new chic

In der Werbebranche findet sich darüber hinaus das „Prinzip der Abweichung“, das Erwartungen durchbricht oder bewusst gegen Regeln verstößt, um bekannten Normen nicht ohne Weiteres zu entsprechen. Es wird abgeleitet, dass für den Werbefilm ein Klangbild geschaffen werden muss, welches den Kommunikationszielen des Unternehmens oder dem Unique Selling Proposition eines Produktes dient, aber gleichzeitig zum Bleiben verleitet. Der Ton sollte deshalb nicht zu überladen sein, aber dennoch eine gewisse Raffinesse besitzen – sei es durch den Einsatz von Stille oder ungewöhnlichen Klangeindrücken, die von einer Norm abweichen.

Konzept und Dreh

Nicht nur ein griffiges Konzept musste her, sondern es musste darüber hinaus am Drehtag auch geklotzt werden. Nun ist es eben so, dass in einem 360°-Raum ja alles zu sehen ist. Man kann also keine Technik verstecken. Oft mussten auch die Takes sitzen. Dadurch, dass wir aufgrund der Pandemie mit eben nur einem Schauspieler gedreht haben, der die vielen Alter-Egos darstellte, musste einfach alles sitzen. Keine Neupositionierung, keine neuen Perspektiven – wir wissen eben, wie man gut plant, damit alles reibungslos läuft.

Magic in the Post

Erst durch unser Konzept mit den vielen verschiedenen Rhythmuselementen und der guten Planung konnten wir die Sounds dann in der Post ziemlich exakt im Raum positionieren, um eine bestmögliche Immersion zu erzielen und auch die Stärken der 3D-Sound-Möglichkeiten richtig einzusetzen.

Es gibt kein neueres Projekt

Interaktive Lernumgebung im 360°-Raum

#Interaktives#TechnischAnspruchsvoll